Missionsärztliche Klinik Würzburg


Operative Behandlung

Gewebeaufnahmen

Gewebeaufnahmen

Im Falle der Diagnose eines Mamma-Carcinoms sind weitere therapieentscheidende Untersuchungen durch den Pathologen am Operationspräparat vorzunehmen.

Dazu gehören vor allem

  • die Bestimmung des exakten Tumortyps,
  • die Bestimmung der Tumorgröße,
  • der Abstand des Tumors von den Resektionsrändern,
  • die Bestimmung des Differenzierungsgrades des Tumors,
  • der Nachweis biologischer Parameter in den Tumorzellen, die Rückschlüsse auf das Tumorwachstum zulassen und Hinweise auf das Ansprechen von speziellen Therapieformen geben,
  • die Bestimmung der Hormonrezeptoren (Östrogen- und Progesteron-Rezeptorproteine), um ggf. eine antihormonelle Therapie anzuschließen sowie
  • das Vorhandensein vom Her2-neu Rezeptorprotein auf der Tumorzelloberfläche, um eine gezielte Tumortherapie mit Herceptin zur Verlangsamung des Tumorwachstums einzuleiten.

Bei der Diagnose eines Mamma-Carcinoms werden üblicherweise mindestens zehn Lymphknoten aus der Achselhöhle, dem Lymphabflussgebiet der Brustdrüsem entfernt. Alternativ erfolgt die Entfernung des präoperativ radioaktiv markierten Wächterlymphknotens.

Auch hier kommt dem Pathologen eine wichtige diagnostische und therapierelevante Aufgabe zu:

  • die feingewebliche Aufarbeitung der Wächterlymphknoten während der Operation im sog. Schnellschnittverfahren; noch während der Operation wird dem Operateur vom Pathologen telefonisch mitgeteilt, ob der entfernte Wächterlymphknoten tumorinfiltriert ist oder nicht;
  • die komplette Untersuchung des Achselfettgewebes und der zusätzlich entfernten Lymphknoten bei befallenem Wächterlymphknoten oder größeren Tumoren.

Die Bedeutung der Pathologie für das Mamma-Carcinom liegt nicht nur in der Erstellung einer verbindlichen Tumordiagnose, sondern auch ganz entscheidend in der Erarbeitung von prognostischen und prädiktiven Parametern, die therapieentscheidend sein können.

Nur durch eine umfangreiche und reibungslose Kommunikation zwischen Pathologen, Radiologen sowie Gynäkologen kann ein lückenloses Bild eines Mamma-Carcinoms erarbeitet werden, welches die Voraussetzung für eine individuelle und risikoadaptierte Mammacarcinombehandlung darstellt.



Kooperationspartner des Brustzentrums Main-Tauber sind Herr Prof. Dr. med. H. K. Müller-Hermelink als Leiter des Pathologischen Institutes der Universität Würzburg sowie Herr Dr. med. H. Riemenschneider als niedergelassener Pathologe in Würzburg.